Mittwoch, 9. August 2023

Bericht: J/22 Weltmeisterschaft 2023, Team AUT 1680 Mayr/Knittel/Stadler


Irgendwann, Anfang März, poppt eine Email in meiner Inbox auf...

Absender: Rudi Mayr

 

Verspricht bewährtes Team, jede Menge altes Brot und eine feine J/22 im WM Modus. Mitzubringen wäre gute Laune, Spass am Segeln und das wars dann schon.

 

Wenn Hollywood ruft, gibt es nur eine Antwort und schon war das Ticket nach Hamburg gebucht. Treffpunkt Travemünde, Böbs Werft, am 23. Juli. Unkomplizierter geht es nicht.

Die Vorfreude war groß, 42° in Athen ließen den Wetterbericht als Wohltat erscheinen. Bis zur Ankunft. 13°, horizontaler Nieselregen, Gatsch. So war das in meinem Prospekt nicht gestanden. Wie auch immer, gegen Abend war das Team komplett, die Villa am zugewiesenen Platz geparkt, nivelliert und das erste Stiegl geschlürft. 

Der stressfreie Tag danach verging mit Vermessung in einer Werfthalle, die mit allen Hängern der 26 Boote starken Flotte, gerade mal 5% voll war. Am darauffolgenden Tag war Training angesagt, Fein-Tuning, Manöver. Das ging gleich wieder ruckzuck und guter Dinge ging es zurück in die Trave-Mündung, zum Liegeplatz und dann auf die Meile, zum obligaten Backfisch mit frisch gezapftem Andechser. Die Kombi sollte die Woche noch öfter geordert werden.

Der Wetterbericht hatte für die Woche starken Wind und Regen vorausgesagt. Wie so oft war er zu 50% zutreffend. Guten Wind gab es nur am ersten Tag, Regen ausnahmslos immer. 

Wir sind super in die WM gestartet, bei 3-4 Bft und strömendem Regen, gute Starts - ok, einmal zu gut, bei Black Flag - solide Taktik und pfeilschnelles Schiff. Am Ende des Tages 4/BFD, damit kann man leben. Tag 2 brachte Regen und nur ein bisserl vom vorhergesagten Wind. Das Starten hatten wir im Griff, einen Gutteil der Gegner auch, 4/4/6/8. Erkenntnis des Tages, wir können jeden schlagen, außer die SLAM Holländer, die waren von einem anderen Stern. Der dritte Tag war eine Warterei. Nicht auf den Regen, der kam wie immer, der Wind nicht. War nix. Dafür gab es für die Abendveranstaltung auf der eindrucksvollen 4-Mast Bark Passat Sonnenschein und super Abendstimmung. Wir gingen als 6. in den letzten Tag, der zuverlässig erst einmal einen unfassbaren Regenguss brachte, danach leichten, stark drehenden Wind und starke Strömung an der Luvtonne. Das kannst beim Brunnwind Cup nicht trainieren, die Tonnenannäherung war dann doch zu nahe, Ringerl und J/22 Parade. Andere habens an dem Tag besser gemacht als wir mit 11/10/12 und darum wurde es letztlich ein 8. Gesamtrang, mit dem man recht zufrieden sein kann.

Fazit:

Super Woche, Spass beim Segeln und überhaupt. Die J/22 ist ein großartiges Regattaschiff, die Villa Mayr echter Luxus. Die Travemünder Woche wird ihrem Ruf als Seglerfest gerecht, wobei die Besucher von fröhlicher Urlaubsstimmung so weit weg waren, wie unser Liegeplatz vom Campingplatz. Gut gelaunt geht anders, was unserer Stimmung keinen Abbruch tat. Der ältere Mayr (wir sind die erste WM zusammen 26 Jahre zuvor gesegelt) ist noch ganz der alte Mayr! Tüftler, Fuchs und der Beste aller Skipper. Und bevor ich´s vergesse, die Lederhose vom Knittel hält mindestens noch 20 Jahre.

Herzliche Grüße aus GRE,

Christoph

Segelclub Aigio - INOA

Bildquelle: copyright by Regula E. Vogel

Sonntag, 6. August 2023

1. Ber­tha Krupp von Boh­len und Hal­bach-Preis, Baldeneysee Essen – 19.08.23

 


Zum ers­ten Mal rich­tet die Se­gel­rie­ge des ETUF den Ber­tha Krupp von Boh­len und Hal­bach-Preis (auch Ber­tha Cup ge­nannt) aus.

Auf ge­stell­ten J/22-Renn­yach­ten kämp­fen aus drei Seg­le­rin­nen be­stehen­de Frau­en-Crews um den Sieg. Das Ge­samt­al­ter jeder Crew darf 75 Jahre nicht un­ter­schrei­ten.

 

Anmeldung 

NoR

Dienstag, 1. August 2023

Die J/22-Weltmeisterschaft 2023

 – Ein Bericht von Wolf Jeschonnek, Frank Sturm & Steffen Dülsen

Die J/22-WM 2023 fand vom 24. bis 29. August im Rahmen der Travemünder 
Woche statt. Insgesamt 26 Boote mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 
den Niederlanden, Portugal, Frankreich, Italien, Cayman Islands, Österreich und natürlich Deutschland segelten um den Titel.
Es waren 12 Rennen an 4 Tagen geplant.

 Die Regatta begann mit der Vermessung am 24. und 25. August, die zügig und reibungslos durchgeführt wurde. So war fast die gesamte Flotte am Abend des ersten Vermessungstages im Wasser. 

Der 25. August war somit ein wertvoller Trainingstag für die meisten Teilnehmenden, um sich an die wechselhaften Bedingungen vor Ort zu gewöhnen. Der Dienstag hielt schon alles bereit, was die Woche dann auch zu bieten hatte: Von Leichtwind bis zu kräftigen Schauerböen war alles dabei.


 

Am ersten Renntag herrschten mittlere Windverhältnisse mit ca. 4 bis 15 Knoten. Aufgrund einer Startverschiebung an Land wegen eines durchziehenden Gewitters und vielen Neustarts – bis hin zur Black Flag – kamen nur 2 Rennen zustande.


Die Intensität der Meisterschaft nahm am zweiten Tag zu – der Wind wehte leichter, aber auch konstanter, so daß vier Rennen in relativ kurzer Zeit durchgeführt werden konnten. Damit lag die Anzahl der Rennen wieder im Soll. Die Wettfahrtleitung machte einen tollen Job.

Am dritten Tag gab es leider einen Rückschlag, denn es war schönes Wetter, dafür herrschte Flaute, so dass keine Wettfahrten stattfanden.



Am letzten Wettfahrttag, dem 29. August, wurden drei spannende Wettfahrten bei Windstärken zwischen 6 und 12 Knoten ausgetragen. Schon vor der letzten Wettfahrt, stand der Weltmeister fest: Das Französisch- Portugiesisch - Italienische Team von Jean-Michel, Giuseppe und Denis 
sicherte sich den Titel mit einer fast perfekten Serie von sechs ersten und zwei zweiten Plätzen.

 Die neuen alten Weltmeister sind keine Überraschung. Überraschend war sicher Platz 2 für Team GER 1472 mit Jürgen, Christian und Jens und Platz 3 für unser Team GER 1513. Über ein Podiumsplatz hatten wir uns überhaupt keine Gedanken gemacht. Top 10 war unser Ziel.

 Besonders hervorzuheben ist, dass sowohl aus den Niederlanden als auch aus Deutschland viele junge Teams an der Meisterschaft teilgenommen haben. Und zwei Frauencrews.

Das Segelrevier und die Organisation in Travemünde boten einen tollen Rahmen und den Teilnehmenden anspruchsvolle Bedingungen. Neben den Wettkämpfen gab es drei Abendveranstaltungen, deren Höhepunkt der Empfang auf dem Großsegler "Passat" (mal keine Bratwurst!) war.

 Die ursprünglich für den Samstag direkt nach der Regatta geplante Siegerehrung wurde wegen des einzigen Protests der Veranstaltung (an dem wir leider nicht ganz unbeteiligt waren) verschoben. Dass es die einzige Protestverhandlung war, zeigt, wie fair es auf der Bahn ansonsten zuging.

 

Es war eine tolle Woche und es hat großen Spaß gemacht, an einer so gut 
organisierten und spannenden Veranstaltung teilzunehmen.



Bis zum nächsten Mal!



Frank, Steffen und Wolf
GER 1513


3. Platz

 

Fotos:  ©segel-bilder.de