Dienstag, 20. November 2018

Impressionen Winterserie Braassemermeer, NL

Am vergangenen Wochenende fand auf dem Braassemermeer in dem unaussprechlichen Roelofarendsveen der 2. Wettfahrttag der Winterserie statt. 

Als wir am Morgen um kurz nach 6 Uhr das Haus bei gefühlten Minus 10 Grad verließen, konnte ich mir noch nicht wirklich vorstellen, wenige Stunden später auf dem Wasser zu sein.
  
Als wir nach unserer 2 stündigen Fahrt, geprägt durch einen wunderschönen Sonnenaufgang in Holland angekommen waren, war das Deck spiegelglatt und der Wind eiskalt. Daher entschied ich mich, mir eine weitere Lage Stoff über die Haut zu ziehen, was allerdings sicherlich mein elfenartiges übers Vorschiff gleiten wesentlich beeinträchtigen würde...

Ruck Zuck das Boot an den Haken gehängt, waren wir schon auf dem Wasser. 3-4 bft aus Nord-Ost, strahlender Sonnenschein, tolles Licht, tolle Farbenspiele. Einmal kurz vor dem Start den Spi zu ziehen, erwies sich als weise – sehr sehr weise – denn anscheinend war mir während des Anknüpfen des Spis tatsächlich eine enorm wichtige Gehirnpatie eingefroren gewesen... Der Spi stand wie eine 1, allerdings eine auf der Seite liegende 1... Der Kopf des Skippers wurde knallrot, hoffentlich nur des reflektierenden Rot des Spis geschuldet, redete ich mir jedenfalls ein.
Gott sei Dank, es hat keiner gesehen, keiner mit einer Kamera in der Hand, alles gut... schnell runter mit dem Ding, Fehler beseitigen, ein obligatorisch großes Schlückchen aus der Sherry-Flasche und ab zum Start...  

Sieben Boote waren am Start, darunter Reiner Brockerhoff der mit seinem extra aus Frankreich angereisten Christophe Declercq zu zweit den See rockte. Der Start war super, aber dass sind wir ja von unserem Skipper Holger gewohnt, Speed und Höhe waren klasse, das leichte Kribbeln am Po fühlte sich gut an. Oh Mann, die ganzen Klamotten am Leib erschweren die Wenden ungemein und das Fenster zwischen Mast und Fock war nun auch schon fast zu eng... Wie ein Michelin-Männchen quälte ich mich durch die Wenden und verdammt, es wurde immer heißer...

Ans Luv-Fass kamen wir zusammen mit den Führenden, zogen bei der Umrundung nur leider den Kürzeren und hängten uns als 4. Boot an die Polonaise. So blieb es dann bis ins Ziel, aber wir waren zutiefst zufrieden, denn das Boot lief prima und der Abstand zum 1. war gering. 
Danach ließ ich erstmal die Hüllen fallen, denn so geschwitzt wie in dieser Wettfahrt hatte ich das ganze Jahr über nicht. 
Auch die 2. Wettfahrt beendeten wir mit einem guten 4. Platz.

Und dann kam die erhoffte Unterstützung von oben. Santa Claus himself mit seinen 5 Gefährten kam mit seinem Schlauchboot vorbeigerauscht und segnete uns mit Keksen, es kann auch Hundefutter gewesen sein, doch lecker war es trotzdem. Gestärkt und mit göttlichem Segen im Rücken, starteten wir die dritte Wettfahrt, gewannen den Start, zogen auf und davon, leisteten uns einen spektakulären Zweikampf mit der Familie Verdoorn und kamen mit einer Spekulatius-Länge Vorsprung als Erste ins Ziel. Wir waren überglücklich.
Auch die 4. und letzte Wettfahrt wurde richtig spannend. Auch hier gewannen wir den Zweikampf mit der NED 1223 um Platz drei. Auf Platz 3 landeten wir nun auch hinter Reiner Brockerhoff in der Gesamtwertung.

War das ein genialer Wintertag auf dem Wasser. Weiter geht es am 16. Dezember.

Gruß
Thomas Hanf

GER 1390 mit Holger Schmitt & Christian Ratschke

















VÄTERCHEN (OHNE) FROST

VÄTERCHEN (OHNE) FROST

18.11.2018 – Bei moderaten Winden und frostfreien Temperaturen ging die Saison 2018 mit der traditionellen „Väterchen Frost“-Regatta zu Ende. Naja, fast, denn es kommt ja noch der Eispokal für die ganz harten…..Das Meldeergebnis konnte sich mit insgesamt 42 Booten sehen lassen – die Yardstick-Wertung für Sportboote ist offenbar eine gute Idee.
In die Siegerlisten trugen sich Thomas Wiese (Yardstick), Fabian Damm (J24 und nein: nicht Frank Schönfeldt!) und Klaus Brinkbäumer (J70) ein, letzterer amtierender Vizemeister der Klasse. Von Klaus hier ein kurzer Bericht aus Teilnehmersicht:
„Väterchen Frost wird zu Väterchen Spätsommer… es war warm, und das Licht über der Alster war spektakulär (wenn‘s nicht gerade nieselte). Der Wind war gut, aus Ost, böig und mit vielen Drehern, aber so kennen und mögen wir unseren See. 
 
Wir (Taktiker Carsten Kemmling, Trimmer David Heitzig, Vorschiffsmann Florian Thoelen, alle NRV, und ich) sind mit GER 958 „Brooklyn“ schwer in Gang gekommen: Rangelei vor der Linie direkt am Startschiff und dann Frühstart im ersten Rennen, also zurück… und das gesamte Feld vor uns. Aber die Rennen waren ja lang, vier Runden, und wir konnten uns noch auf Platz 3 vorarbeiten. Danach dann 2 und 1, ein perfekter erster Tag. 
 
Am Sonntag haben wir es unfreiwillig spannend gemacht: eine etwas frühe Wende auf der ersten Bahn am Luvfass, dann standen wir im Wind und wollten uns ohne Fock um das Fass herumwinden, dann ein Steuerfehler von mir… und schon hatten wir die Ankerleine der Tonne um den Kiel gewickelt. Strafkringel, Vorletzter, auf 6 vorgekämpft, aber nun war‘s plötzlich eng. 
 
SIEGER BEI DEN J70: DAVID HEITZIG, CARSTEN KEMMLING, KLAUS BRINKBÄUMER, FLORIAN THOELEN
 
Im letzten Rennen stimmte aber alles… es war ein wunderschönes Saisonfinale für die J/70-Klasse.
Danke an Claus und alle Helfer“
 
Ein paar Foto-Highlights, diesmal von Johann Nikolaus Andreae, der neben seiner Tätigkeit in der Wettfahrtleitung noch Zeit zum Fotografieren fand:
 
THOMAS WIESE UND CREW KONNTEN DAS LEICHT FAVORISIERTE „TEAM JOLA“ DIESMAL KNAPP SCHLAGEN – SIEGER IN DER YARDSTICK-WERTUNG!
„TEAM JOLA“ GIBT ALLES – VERGEBENS, DIESMAL REICHTE ES NICHT GANZ…..
DIE J70-SIEGER, ZUR ABWECHSLUNG MAL NICHT RAUMSCHOTS, SONDERN „PLATT VOR’M LAKEN“ UND LEICHT ÜBERGEIGT, WIE ES SICH GEHÖRT.
SIEGER BEI DEN J24 WURDE DAS HIER HOCHKONZENTRIERT AGIERENDE TEAM UM FABIAN DAMM
DIE FRISCH GEBACKENE „MEISTERIN DER MEISTER“ JOHANNA MEIER ÜBERBLICKT DAS CHAOS UND KOMMT MIT IHRER MIXED-CREW AUF EINEN TOLLEN 3. GESAMTPLATZ BEI DEN J70
OOMKE MÖLLER UND SEINE CREW KONNTE SICH MIT DER X79 AUF EINEN RESPEKTABLEN 3. RANG IN DER YARDSTICK-WERTUNG SEGELN – IST DIE X79 FÜR DEN SIEG VIELLEICHT DOCH ZU BREIT….?
UHHPPPS…..DAS WIRD KNAPP!
WAS MAG ES DA ZU SEHEN GEBEN!?
GROSS – DER GENNAKER DER J70!
Hier die Ergebnisse!
Text: Andreas Borrink/Klaus Brinkbäumer, Fotos: Johann Nikolaus Andreae
Quelle: https://hamburger-segel-club.de