Montag, 27. Juli 2015

Bericht Race Day 3 & 4 Marinepool J22 Worldchampionship 2015

Race Day 3

Der Donnerstag begann mit einer zweistündigen Startverschiebung. Erst um 11.30 verließen die Js mit 3 bft im Rücken den Hafen zur Bahn Foxtrott.
Die schwierigen Windbedingungen machten es den Crews nicht einfach. Chris Doyle (USA), der noch am Vortag an der Spitze lag, rutschte auf Platz zwei, hinter dem neuen Spitzenreiter Jean-Michel Lautier (NED), aber mit einem 13 Punkte Puffer vor Martin Menzner (GER). Lautier lieferte mit einem ersten und zweiten Platz, zwei souveräne Rennen ab. Menzner wurde im zweiten Lauf schwer von einem an der Startlinie treibendem Touri-Segler behindert und fuhr sich einen Streicher ein. Sein anschließender Protest wurde abgelehnt.
Nach dem zweiten Rennen schlief der Wind ein und die Wettfahrtleitung schickte die Flotte in den Hafen, schließlich stand um 17 Uhr das Trave-Race für 12 nominierte J/22 auf dem Programm.

Reiner Brockerhoff und seine französischen Teamkollegen Christophe Declercq und Charles Michaux gewannen das Trave-Race am Donnerstag Nachmittag, doch der eigentliche Sieger der Herzen war ein ganz anderer...

Das Trave-Race ist ein kurzes Show-Rennen um Ruhm und Ehre auf der Trave, bestehend aus zweimal 6 Teams die in einem Halbfinale und einem Finale gegeneinander auf einer kurzen Bahn, direkt vor dem Publikum der Travemünder Woche antreten.
Nominiert waren u.a. die besten Teams von den Caymans, Frankreich, USA, Kanada, den Niederlanden und Deutschland, sowie die jüngste Skipperin und der älteste Segler.
Im 1. Halbfinale traten Chris Doyle (USA), Mike Farrington (CAY), Patrick Huet (FR), Jean-Michel Lautier (NL), Johan Koppernaes (CAN) und Lokalmatador Svend Hartog gegeneinander an. Erster wurde Jean-Michel Lautier vor Chris Doyle und Mike Farrington.
Im 2. Halbfinale siegte Ingo Hüter (GER), vor Reiner Brockerhoff (FR) und Ernst Tschentscher (GER), dem ältesten Teilnehmer der Travemünder Woche, der überraschend von hinten das Feld aufholte und sich den Einzug ins Finale sicherte.


Im Finale startete Ernst Tschentscher und seine Crew am oberen Ende der Startlinie und erreichten als erste die Luv-Tonne, dicht gefolgt von Reiner Brockerhoff, der aber am Lee-Fass die Innenposition gewann und die Führung übernahm. Die Verfolger, wie Chris Doyle und dem in der Gesamtführung der Weltmeisterschaft führenden Jean-Michel Lautier waren weit abgeschlagen. Brockerhoff konnte seine Führung bis ins Ziel behaupten, doch das Publikum applaudierte vielmehr für den 81-jährigen Zweitplatzierten Underdog Ernst Tschentscher. 

Was war das für ein atemberaubendes Finale, das die Zuschauer an der Promenade für eine knappe Stunde in den Bann zog! 

Am Abend lud der Lübecker Yacht Club zum BBQ auf der Überseebrücke. Bei strahlendem Sonnenschein gab es Freibier, gesponsert vom LYC und der Niederländischen Klassenvereinigung und ein herrliches Abendessen. Stephen Thomas kürte wieder die Tagessieger. Anschließend wurde noch im Holsten-Zelt getanzt und gefeiert.

Auch am Freitag wollte der Wind nicht so richtig, erst um 12.30h frischte es etwas auf und die Flotte wurde auf die Bahn geschickt.

Vier aufregende Wettfahrten wurden gefahren, wobei der Wind bis auf 5 bft auffrischte und auch die Welle nahm deutlich zu. Jean-Michel Lautier (NED) konnte am Ende des Tages seine Spitzenposition verteidigen (segelte 2-1-3-18), doch der Vorsprung auf das zweitplatzierte Amerikanische Team um Chris Doyle (4-3-1-4) schrumpfte gewaltig. Mit nur 3 Punkten Unterschied ist für Doyle am letzten Wettfahrttag auf der SAP Medien Plan noch alles möglich. Um den dritten Podiumsplatz streiten sich noch einmal Martin Menzner (GER) und Reiner Brockerhoff (FR) die beide 66 Punkte haben.
  
Am Abend lud die Stadt Lübeck alle J/22 Segler zum Empfang auf die Passat, wo Stephen Thomas mit "Sparkling Wine" neben den Tagessiegern auch Johan Koppernaes (CAN) als den besten Tänzer des Vorabends im Segler-Zelt feierte.

Dann wird es nochmal richtig spannend am Samstag. Es werden 2 Rennen auf dem SAP Media Course ausgetragen, danach wird versucht, möglichst viele Boote aus dem Wasser zu kriegen, denn ein Unwetter wird erwartet und ab 6 bft darf nicht mehr gekrant werden.

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