Montag, 28. Juli 2014

Bericht: Travemünde Woche 2014

Gerade hinsichtlich unserer im nächsten Jahr in Travemünde stattfindenden Weltmeisterschaften, freuten wir uns ganz besonders dieses Event als kleine Generalprobe zu nutzen. 17 Teams, darunter drei aus den Niederlanden und eins aus Frankreich, trafen am Mittwoch zum Kranen an der Böbs-Werft ein. Das Kranen verlief wie gewohnt rasch und reibungslos.

Nach dem die 'Jolly Jumper' am Abend fertig gesattelt und gestriegelt direkt vor dem Regattazentrum vertäut war, empfing uns auch direkt der atemberaubende Duft der unzähligen Stände und Buden mit ihren wunderbaren Köstlichkeiten die kilometerlang die Promenade Travemündes säumen. Egal ob gebratene Mandeln, in Knoblauch gebratene Scampis, gebackenen Käse, Fischbrötchen, Pizza..., das Schlaraffenland kann nicht anders aussehen. Feinschmecker wie wir sind, gönnten wir uns erst einmal zusammen mit Hardy und seiner Crew eine Currywurst mit Pommes-Mayo und ein kühles Blondes.
Anschließend bezogen wir unser Apartment, das nur 5-Gehminuten vom Boot entfernt lag. Gut das wir schon im Dezember gebucht hatten, denn erfahrungsgemäß sind die besten Unterkünfte in Travemünde schnell vergriffen. 
Julia Neigel rockte die Bühne

Alles ausgepackt und in die Ausgehuniform gezwängt, trafen wir uns mit dem Rest an der Festivalbühne im Brügmanngarten, wo die ehrenwerte Julia Neigel einen erstklassigen Auftritt ablieferte. Nach dem Konzert gab es dann die täglich stattfindende Laser- und Pyroshow von der Passat aus. Wenn das nicht mal ein toller Empfang war! 

Donnerstag Morgen ging es dann zur Anmeldung ins Race Office. Tja, was soll ich sagen... wo wir auf der Euro in Frankreich vor wenigen Wochen noch problemlos unter der 275Kg Crewgewicht-Marke lagen, zeigte die höchstwahrscheinlich defekte Waage plötzlich 2Kg zuviel an! Wie konnte das sein? Nach ein paar  vorwurfsvollen Blicken auf die Bäuche der anderen, blieb uns dann wohl keine Wahl, wir mussten uns ausziehen, ... und es sollte reichen! Dann lag es wohl doch nur an den schweren Anziehsachen...

unter Spi zurück in die Trave
Um 13h sollte dann der erste Startschuss fallen. Wir segelten zusammen mit den 505ern auf der Bahn Bravo, die sehr weit draußen lag. Es herrschte ein konstanter Wind mit 5bft aus Nordost, prächtigem Sommerwetter und 1-1,5m Welle, die sich aber gut segeln ließ.  3 Wettfahrten wurden gesegelt, die eigentlich alle ziemlich identisch verliefen, da es so gut wie keine Winddreher kam und die rechte Seite generell die Bessere war. Also nach dem Start rechts raus, bis man am FKK-Strand die ersten Konturen der Sonnenanbeter wahrnehmen konnte, dann mit einem Schlag zur Luvtonne und wieder runter. 
Wer mit der Welle, der Höhe und dem nötigen Bootsspeed keine Probleme hatte, konnte so vorne mitfahren, wer aber beim Start nicht ganz vorne mit dabei war, musste zumeist hinterher fahren, denn taktische Mittel und Überraschungen gab es nur wenige. Das Boot fühlte sich gut an, es pflügte durch die Welle wie ein Snowboarder durch den Schnee und auch Speed und Höhe waren fast identisch mit den der Führenden. Nur die Starts waren verbesserungswürdig und so landeten wir nach einem wunderbaren aber auch anstrengenden Segeltag mit einem 6., (9.) und 5. Platz auf dem 7. Platz in der Tagesgesamtwertung. Martin Menzner und seine Crew führten mit einem Punkt Vorsprung vor Lokalmatador Svend Hartog.
Das sympathische Team der Histos hatte leider schon auf dem Weg zur ersten Wettfahrt einen Schaden am Vorstag und mussten an diesem Tag aussetzen.

"Pier-Bier"



Zurück am Steg gab es dann zur Belohnung "Pierbier" für alle – gesponsert von der Klassenvereinigung – wo nach Herzenslust geklönt wurde. Am Abend wurde dann wieder das gemacht, was Segler im Hafen am liebsten machen: Essen, Trinken und Feiern in der Sailor's Bar, bis der Wirt den Zapfhahn absperrte.


Das einzige Ärgernis am 1. WF-Tag war, dass manche Segler meinten nach deutscher Mallorcamanier 'ihre' Boxen reservieren und verteidigen zu müssen und damit für allgemeines Chaos und Aufregung beim Anlegen sorgte, was den ein oder anderen TraWo-Gast am Ufer aber sicherlich gut unterhalten hat. Der Applaus blieb jedoch aus.


Der Wettfahrttag 2 war seglerisch eigentlich ähnlich wie am Tag zuvor, nur dass wir uns statt an dem vorhergesagten Regen, an strahlenden Sonnenschein und eine vielleicht etwas höhere Welle erfreuten. Nach 3 Wettfahrten (5-6-5) waren wir zwar mit unserer seglerischen Leistung am Ende des Tages recht zufrieden, lungerten aber immer noch auf dem 7. Platz herum, während sich Svend Hartog mit seiner Crew mit drei fehlerfreien Rennen (2-1-1) an die Spitze kämpfte.   



allabendliche Pyro- und Lasershow von der Passat
Am Abend lud die Hansestadt Lübeck alle Segler auf die Viermastbark "Passat" ein. Bei herrlichem Sonnenschein gab es an Deck ein großes Buffet.  Kurz nachdem wir um 22h die Passat verliessen, stand sie auch schon wieder Mittelpunkt der allabendlichen Pyro- und Lasershow.  
Immer wieder ein einmaliges Erlebnis!

Am Samstag ging dem Windgott Rasmus die Puste aus. Am Morgen lag die Lübecker Bucht flach und ungerührt da. Doch dem schwächelnden Gradientwind kam unerwartet die Thermik zur Hilfe. Anders als angesagt brach noch die Sonne durch die Wolken und sorgte rechtzeitig für segelbare Bedingungen. Der schwache Wind kam uns sehr gut. Nach einem angetäuschten Bilderbuchstart konnten wir uns vom Feld absetzen und rundeten als erste das Luv-Fass. Die Führung konnten wir sogar bis zum Ziel noch weiter ausbauen. 
Auch das zweite Rennen war nochmal sehr spannend. Lange segelten wir vorne mit, nur Martin Menzner war schneller, doch 1m vor der Ziellinie haben wir unseren fast sicher geglaubten 2. Platz an das niederländische Team um Jean-Michel Lautier abgegeben. 
Nach den zwei Wettfahrten, war dann aber Schluss und der Gewinner der German Masters stand fest. Die Kieler Crew um Martin Menzner – dem der leichte Wind bei dem niedrigen Crewgewicht besser lag – entriss den Lübecker Lokalmatadoren um Svend Hartog noch die German-Masters Trophäe.
Siegerehrung
Den dritten Platz auf dem Treppchen verdienten sich zurecht das Team um 
Jean-Michel Lautier. 
Durch den fabelhaften letzten Wettfahrttag sprang Jolly Jumper nochmal gekonnt auf den vierten Platz und so konnten wir zufrieden in den Sonnenuntergang reiten.

Die Travemünder Woche war mal wieder ein voller Erfolg. Das tolle Rahmenprogramm an Land, 3 Tage Sonne, Wind und Welle und die spannenden Wettfahrten auf dem Wasser sorgten für ein perfektes Segelwochenende, was dem 125. Jubiläum der TraWo mehr als angemessen war. Die J/22 Worlds 2015 können kommen!



Thomas Hanf

Jolly Jumper, GER1562









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